Glasritzereien

Es gibt eine Zeit, in der ein Kind seinen Eltern etwas „Ordentliches“ schenken will und das Gefühl hat, Gebasteltes wäre „Kinderkram“. Leider sind solche „ordentlichen“ Überraschungen auch mit Kosten verbunden, die man mit dem Taschengeld nie bewältigen könnte. Und etwas Besonderes sollte es trotzdem sein.

Vor diesem Problem stand auch klein Sani zu Weihnachten.

Bei einem Besuch in unserem größten Einkaufszentrum, in dem zu Weihnachten auch ein kleiner „Christkindlmarkt“ organisiert wird, wurde ich jedoch fündig. Durch ein lautes Geräusch entdeckte ich einen Stand, an dem ein Mann an einem Glas herumgearbeitet hat. Das war meine erste Erfahrung mit dem Gravieren von Gläsern, das mich sofort begeistert hat.
Man konnte dem Mann eine Botschaft aufschreiben, die er dann in ein Glas graviert hat. Ein tolles, preiswertes Geschenk, das auch noch ein Unikat und praktisch ist.

Was ist die Glasgravur?

Für alle unter euch, die noch nicht das Vergnügen hatten eine Glasgravur live zu erleben: Beim gravieren bemalt man das Glas nicht, man ritzt es an. Dadurch schafft man eine ewige Veränderung – denn „Einschnitte“ lassen sich nicht von einem Geschirrspüler oder Abnutzung entfernen.

Die Besonderheiten:

Positiv:

  • Das Kunstwerk kann nicht von Geschirrspülern, aggressiven Reinigern oder Sonstigem zerstört werden
  • Das Ritzen führt zu einem besonderen Ergebnis, beritzte Flächen sind weiß schimmernd und je nach Diamantmine und Druck durchsichtig bis fast blickdicht.
  • Ein einmaliger Preis für das Gerät und kein Nachkaufen von Farben.
  • Keine Trockenzeiten nötig, das Kunstwerk kann im Stück geschaffen werden.

Negativ:

  • Etwa so laut wie ein Staubsauger. Leider werden sich daher Haustiere und Babys nicht besonders freuen, wobei ihr euch bei einem Baby auf Geschrei einstellen könnt.
  • Nur eine „Farbe“ möglich, daher eher für Schriften oder Kontrastbilder geeignet.
  • Das Glas sollte nicht zu dünn sein, sonst könnte es platzen. Kein Problem bei normalen Gläsern, aber bei
  • ultradünnen Luxus-Weingläsern würde ich es nicht probieren.
  •  Durch die Vibration der Mine, die man natürlich auch am Stift spürt, wird der Finger mit der Zeit taub. Ein paar Stunden geht, aber dann braucht man eine längere Pause.

Für den Hobbykünstler gibt es dafür elektrische Sifte mit Diamantminen, die eigentlich auch ziemlich günstig sind. Im Bild seht ihr mein Batteriebetriebenes Set, das Minen in unterschiedlicher Dicke, eine Zange (zum Entfernen der Minen aus dem Stift), einen Stift zum Vorzeichnen und schwarzen Stoff zur besseren Sichtbarkeit (kann man unter das Glas legen, damit man die weißliche Gravur optimal sieht) enthält. Der Preis waren etwa €30,-, also nicht wirklich teuer.

Im Nachhinein würde ich mich aber für einen Gravurstift mit Kabel entscheiden, den es auch bei Amazon um etwa €10,- mehr gibt. Leider lässt die Leistung des Batteriebetriebenen Stifts nach, sobald die Batterie schwächer wird – und das geht wirklich richtig schnell. Dann darf man fester andrücken, öfter nachmalen und kann sich plagen. Das sollte bei Kabelbetrieb (und somit immer gleicher Leistung) vermieden werden können.

Wie funktioniert das Ganze?

Wenn man weiß wie, ist das Gravieren eigentlich ganz einfach. Entweder zeichnet man die Gravur mit einem wasserlöslichen (Glas)Stift vor, oder man – wie ich es immer mache – steckt sich eine Papiervorlage unter das Glas. So kann man entweder mit Bleistift (was viele Änderungen erlaubt) auf Papier sein Werk vormalen oder sich etwas Passendes ausdrucken.
Dann wird der Stift eingeschalten und die Konturen auf dem Glas nachgezogen – und fertig.

Vorsicht bei gebogenen Gläsern! Hier kann man vom Auge getäuscht werden. Es empfiehlt sich entweder ein Auge zu schließen (dann sieht man es in flachem 2D) oder darauf zu achten, die Perpektive nicht zu ändern.

Was haltet ihr von der Glasgravur? Habt ihr es bereits selbst einmal probiert oder ist es euch zu unflexibel?

sani

 

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