Review: Koh-I-Noor-Künstlerstifte

Bezeichnung: Polycolor Künstlerbuntstifte
Hersteller: Koh-I-Noor
Preis (ca.): 40 – 60 €, je nach Angebot 
Inhalt: 72 Holzfarbstifte in einem Metalletui
Beschaffenheit: Wachsbasiert
Anwendungsgebiete: Zeichnen, Mixed Media, praktisch Überall

Der erste Eindruck, ein Test

Diese Stifte waren mein Einsteigerset in die Zeichenwelt. Mein Set beinhaltet 72 Stifte und hat den klangvollen (langen) Namen Polycolor Drawing/Illustrating/Colouring Artist’s Colored Pencils von Koh-I-Noor Hardtmuth. Die Firma „Koh-I-Noor“ hat ihren Ursprung in Österreich. *Homepage von Koh-I-Noor* Mittlerweile wird aber in vielen Ländern produziert und verkauft. Laut Firmenhomepage ist Koh-I-Noor eines der führenden Unternehmen am Weltmarkt was (Blei)Stifte (!), Schul- und Künstlerbedarf angeht. Dies hat mich doch sehr gewundert, da mir die Firma ehrlich gesagt vor meiner „Zeichenutensilienrecherche“ völlig unbekannt war. Ist das in Österreich vielleicht anders?  O_O

Im Web ist auch nicht allzu viel über diese Künstlerstifte zu finden. Zum Kauf bewegt haben mich ein paar Foreneinträge, die Farbpalette und der Anschaffungspreis. Da ich mir ja nicht sicher war, ob dann doch regelmäßig male, wollte ich nicht gleich zu den viel teueren deutschen Marktführer greifen.

Erst einmal möchte ich den Begriff „Künstlerstifte“ klären.
Als Künstlerfarbstift bezeichnet man Buntstifte, die eine hohe Qualität aufweisen. Im Allgemeinen ist die Mine eines Künstlerstiftes weicher, besser pigmentiert (deckender), lichtecht und sie lassen sich besser mischen und schichten. Meist sind die Farben auf Öl- oder Wachsbasis. Sehr viele Schulstift-Hersteller haben eine eigene Künstler-Linie.

Zu den Polycolors

Bezug:
Soweit ich weiß hat Koh-I-Noor in Österreich (und in Passau!) eigene Stores in dem man die Stifte kaufen kann. 

Ich habe mein Set im Web bestellt. Hier kann man die Stifte in diversen Künstlershops, Ebay oder Amazon erstehen. Mein Tipp: Achtet auf guten Versand! Gebrochene Minen machen keinen Spaß.

Sortiment:
Die Stifte sind einzeln und im Set erhältlich. Die Set’s selbst gibt es jeweils in Metallboxen oder Lose in Pappschachteln zu kaufen. Ich habe mich für die Metallbox entschieden, da diese übersichtlicher, aufgeräumter und schöner ist.
Insgesamt umfasst die Polycolorlinie 72 Farben + einem 12 Set in Grautönen. Es gibt ein weiteres Set mit 12 Brauntönen, diese decken sich aber teilweise mit der 72`ger Linie. Ein farbloser Blendestift ist ebenfalls erhältlich.

Rein optisch unterscheiden sich die Polycolors nicht von x-beliebigen Buntstiften. Sie sind in Holz gefasst, hexagonal gekantet und der Schaft ist in der jeweiligen Farbe lackiert. Die Box ist wie schon erwähnt aus Metall und damit sehr stabil. In der Box befinden sich zwei Blister aus Plastik in denen die Stifte fein säuberlich – jeder in seiner Kule – aufgereiht liegen. Die Blister werden übereinander in der Box gestapelt.

Hier muss ich etwas bemängeln. Um an den unteren Blister zu kommen, muss der obere Blister abgehoben werden – das ist logisch; die zugehörige „Hebeausstattung“ ist mMn aber ziemlich sporadisch/windig. Der Blister liegt auf einem dickeren Karton, ausgestattet mit zwei Laschen die das Anheben ermöglichen. Das ist ganz schön wackelig (gebrochene Minen!) und was den Karton angeht, wird er wohl bald einreißen oder „zerfusseln“. Hinblickend auf den Preis ist das aber ein Abstrich, mit dem ich persönlich gut leben kann!

(Endlich!) Das Malen damit:

Auch wenn ich keinen Vergleich zu anderen Künstlerstiften habe, traue ich mich zu sagen „die Dinger können richtig was“. Die Farben lassen sich leicht auftragen, sie leuchten richtig, ich kann sie sehr gut schichten; egal ob ich viele Schichten mit wenig Druck aufbaue, oder einmal wie ein Ochse andrücke

Die Mine wird im Web als „nicht ganz so weich/buttrig“ bezeichnet. Damit habe ich kein Problem, (denn weicher als die der Standart-Schulstift sind sie auf jedenfall!), schließlich ist die Farbe wie erwähnt aufbaufähig und ich kann keinerlei Schäden am Papier erkennen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Weichheit von Mine zu Mine variiert. Manche Stifte sind buttriger als andere, das kann schon mal problematisch werden.

Vorhin habe ich erwähnt, dass die Stifte in der jeweiligen Minenfarbe lackiert sind. Das sollte man aber nur zur groben Farborientierung nutzen. Die Schaftfarbe trifft nicht immer das tatsächliche Ergebnis, ein eigenes Farbchart ist von Vorteil!

Mit etwas Übung lassen sie sich gut mischen/verblenden. Übermalen ist ebenfalls möglich, der Auftrag von heller auf dunkler Farbe funktioniert aber nicht 100 % deckend. Ich kann die Stifte Test scharf anspitzen und mit der Spitze detailliert arbeiten – ohne Farbeinbuße.

Da sich die Farben verblenden lassen, muss man beim Malen doch aufpassen, das nichts verschmiert. Insbesondere bei dickaufgetragenen Stellen kommt das schnell mal vor. Hierzu dann einfach ein Blatt unter die Hand legen und das Problem ist gelöst.

Fazit

Positiv:

  • Preis
  • Einfach zu bekommen (im Web)
  • Leuchtende Farben, schichtbar, blendbar
  • Breite Farbpalette
  • Verschiedene Sets (12, 24, 48 und 72) und auch thematisierte Sets (Landschaften…) verfügbar
  • Stifte können einzeln (nach)gekauft werden
  • Es gibt einen farblosen Blendestift

Negativ:

  • Hebevorrichtung für Blister ist aus Pappe
  • Schaftfarbe entspricht oft nicht der Minenfarbe
  • Minen sind unterschiedlich „weich“
  • Stifte haben nur Nummern keine Farbnamen (ich liebe Farbnamen  :blush: )

Alles in allem sind das wirklich solide Stifte mit weitgefächertem Farbspektrum für kleines Geld! Ich finde, damit kann man nichts falsch machen; insbesondere Zeichenneulinge und Leute mit schmaler Geldbörse werden damit ihre Freude haben :mhhh: 

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15 Kommentare

  1. Also ich bin ja kein Zeichner und habe 0 Talent dafür – aber ich habe in meinen „normalen Kreisen“ noch nie wirklich von den Stieften gehört. Was da ja nichts heißen muss xDDD
    Das Ergebnis im Farbübergang sieht aber echt toll aus!

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    1. Talent ist relativ :D ~ man braucht nur ein paar Kniffe und vieeeeeeeeeeeel übung dann wird das schon ♥

      Echt, ihr kennt die auch ned? … Die haben auch ganz viel Schulmaterial… komisch D: (und schade drum!)

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  2. Ich bin absolut zu unfähig mit Buntstifften zu malen. Das kann ich nur, wenn ich in nur einer Farbe male und sie somit wie einen Bleistift benutze…

    Koh-I-Noor sagt mir sogar irgendwas. Ich weiß nur nicht was xD Aber ich glaube wir hatten von der Marke in der Schule Pastel- oder Ölkreide.

    Das die Schaftfarbe zu 100 % zur Mine passt, habe ich auch noch nie erlebt. Und auch so scheinen die negativen Sachen eher Kleinigkeiten zu sein.

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    1. Das mit den Buntis ist eig. keine große Kunst. Man braucht nur viel Geduld und Zeit! Eigentlich malt man immer wieder ganz gleichmäßige Schichten mit wenig Druck und gleichbleibenden Bewegungen (Kreise). Wenn man ineinander blendet, wechselt man die Schichten einfach ab … (Versteht man was ich schreibe?) xD

      Ich finde, das muss man vorallem MÖGEN, weil es so lange dauert.. :)

      Nasse Maltechniken finde ich vieeeeeel schwerer; ich komme weder mit einem Pinsel zu schmeißen, noch kan nich verläufe, starke Farben oder effekte Darstellen XD … je nachdem was einem liegt???

      Die haben Ölkreide ja, also kann es leicht sein, dass eure Schule dort eingekauft hat! … Wie war die denn von der Quali her?

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  3. Bei diesem Post hat mein Stifterl-Fanherz höhergeschlagen. Ich kann mich leider nur verschwommen an diese Marke erinnern, selber habe ich sie im Regal leider noch nicht gesehen T-T … ahh schade !

    Ich glaube, wenn es nicht mit dem Blister wäre würde ich es sofort bestellen. Da bin ich schon etwas pingelig und möchte einfach alle farben aufeinmal sehen *gierig* @_@

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    1. Ja, du kanntest sie zuvor? Vielleicht Ölfarben oder so, wie ein paar Kommis über dir erwähnt wurde ^^?

      Nah ja, ich öffne die Box und lege den ersten Blister einfach in den deckel hinein – dann sehe ich auch immer alle – mir wäre es einfach lieber gewesen, dass die Vorrichtung etwas stabiler oder fixierter wäre :D

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  4. Ich kann auch bald meinen Senf zu den Stiften geben. Hab die mir jetzt zu Weihnachten von meinem „Schwieger“-Papa gewünscht. Allerdings werde ich die in den losen Pappschachteln bekommen. Wollte nach einer anderen stabilen Unterkunft für die Stifte suchen. XD

    Ich finde dein Feedback aber auf jeden Fall richtig gut. Auf Amazon gibt es von einer Illustratorin einen Vergleich zw. der Firma und FaberCastel, also in den Reviews/Kommentaren findet man das.

    *Daumen hoch*
    Ich hab eure Beiträge.

    Achso, wegen Österreich und ob die da bekannter sind, ich hab da ja Urlaub gemacht (Wien) und hab nur ein Resturant mit dem Namen gefunden XD aber in den Läden nichts davon gefunden.

    LG Katjana

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    1. Danke danke ^//^~

      Ja, ich glaube die Kommis habe ich auch gelesen auf Amazon. Wie gesagt der deutsche Marktführer ist wohl immer noch der beliebteste, trotzdem gibts ein paar gute Alternativen ;)

      Und voll cool, dass du dir die Stifte schenken lässt *_* ich bin mal gespannt wie sie dir gefallen! Und vorallem bin ich gespannt, was du dir für eine „Unterkunft“ suchst *g*

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  5. Wegen dir will ich diese Stifte auch unbedingt mal ausprobieren! Aber ich hab soviele gute Farbstifte und Copic und benütze die atm zu selten! Dx

    Mein Drucker ist kaputt und ich skizziere so gerne digital bevor ich es übertrage auf ein teures Copic Papier! DDDx

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    1. *wuahaha* Bitte gern geschehen!
      Die Stifte gibts auch schon sehr günstig in einem kleinen Set; oder du probierst sie einfach einzeln – gibts ja auch. ô.o ~

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  6. Ich hab zu Schulzeiten Pastellkreide und Aquarellbuntstifte von KOH-I-NOOR geschenkt bekommen. Beide Sets habe ich noch immer in Gebrauch, auch wenn ich zu den Kreiden nur selten greife, weil es einfach etwas mehr Aufwand ist und mehr „rumschmiert“. Im Studium haben wir dann bei einer Sammelbestellung mit unserem Prof Negro-Stifte (schwarzer, deckender Stift) von KOH-I-NOOR bestellt.

    Ich habe mich bisher nie aktiv für die Firma entschieden, aber ihre Stifte haben es auch so in meinen Besitz geschafft. ^^‘

    Die Polycolors hab ich noch nicht, hatte mit ihnen jedoch mal geliebäugelt, da mich der Preis von den Polychromos von FC tatsächlich abschreckt…

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    1. Interessant, wie sich die Marke eigentlich im BG herum“schlängelt“. Mmn. braucht sie sich aber nicht zu verstecken. Was die Buntstifte betrifft, jedenfalls. Ich habe sie immer noch gern in Gebrauch (ich denke hier sollte mal ein Updatepost her!) und würde sie jedem empfehlen. Den makrtführenden Konkurenten habe ich immer noch nicht daheim, aber in einem Künstlerladen mal ein bisschen testen können. Und mir ist ein entscheidender Vorteil der Koh-I-Noor-Stifte aufgefallen… sie liegen angenehmer in der Hand, weil sie eben gekantet sind und eben auch sonst kann ich überhaupt nicht meckern :3

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  7. Danke, das ist echt interessant. Muss ich unbedingt mal suchen und ausprobieren. Und ja…ich liebe auch die Farbnamen auf meinen Stiften. :D
    Liebe Grüße, Doro Kaiser.

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